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Anfrage vom 08.07.2015

Ortsumgehung Allershausen
Anfrage und Antwort der Staatsregierung

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Wenig Aussicht auf baldige Realisierung hat die vielfach geforderte Ortsumgehung von Allershausen. Laut Antwort der Staatsregierung auf eine schriftliche Antwort des Landtagsabgeordneten der Grünen Christian Magerl ist mit dem Bau jedenfalls nicht vor 2025 zu rechnen. Auch ein zweiter Autobahnanschluss ist in sehr weite Ferne gerückt, wie das bayerische Verkehrsministerium schreibt: „Der Bau zusätzlicher Anschlussstellen wird seitens des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur restriktiv gehandhabt und nur genehmigt, wenn diese für den Fernverkehr von Bedeutung sind.“ Ungünstig stehen wohl auch die Chancen auf eine Rückkehr des Projekts in die 1. Dringlichkeitsstufe, auch wenn dazu in der Antwort nur allgemeine Ausführungen gemacht werden. Zu den Auswirkungen der Freisinger Westtangente auf das Gesamtverkehrsaufkommen in Allershausen wird ausgeführt: „Genaue Untersuchungen hierzu liegen nicht vor.“ Lediglich im Verkehrsgutachten zur Westtagente aus dem Jahr 2007 wird das zusätzliche Verkehrsaufkommen mit bis zu 1.900 Kfz/24h beziffert. „Diese Zahlen sind aus heutiger Sicht erheblich zu bezweifeln“, so Magerl. „Hier wären genauere Untersuchungen dringend erforderlich.“



Von allen untersuchten Varianten übriggeblieben ist lediglich die Waldrandtrasse, für die als einzige auch eine Kostenberechnung durchgeführt wurde. Ergebnis: 26,5 Millionen Euro, Stand 2011. Zweifelsfrei würde diese Umgehung eine beträchtliche Entlastung mit sich bringen und zudem den Vorteil haben, die Eingriffe in Natur und Landschaft relativ gering zu halten.



Derzeit ruht das Projekt allerdings wegen der 2012 erfolgten Zurückstufung in die 2. Dringlichkeitsstufe. Magerls Frage, ob eine Wiederaufnahme in die 1. Dringlichkeit seitens der Staatsregierung geplant, wird ausweichend beantwortet: „Ein Vorziehen eines Projektes der 2. Dringlichkeit ist wegen eines unvorhergesehenen höheren Verkehrsbedarfs, insbesondere auf Grund einer Änderung der Verkehrsstruktur, möglich. Eine neuerliche Bewertung des Projektes mit aktuellen Daten hat dabei das Ergebnis ‚bauwürdig‘ zu erreichen. Im Gegenzug zu dem vorgezogenen Projekt ist ein Projekt bzw. sind Projekte der 1. Dringlichkeit mit vergleichbarer Kostenhöhe zurückzustellen, deren prioritäre Verwirklichung durch den Freistaat Bayern nicht mehr gegeben ist bzw. die aufgrund außergewöhnlicher Schwierigkeiten bei der Erlangung von Baurecht nicht innerhalb der festgelegten Laufzeit realisiert werden können. Dieser Tausch bedarf der vorherigen Abstimmung mit der Obersten Baubehörde, ggf. ist der jeweilige Regionale Planungsverband zu beteiligen.“ Ob bzw. wann eine neuerliche Bewertung vorgesehen ist, dazu kein Wort.



Magerl vermutet, dass nicht zuletzt die Uneinigkeit der betroffenen Gemeinden eine frühere Realisierung zumindest erschwert. „Es wäre mit Sicherheit günstig, wenn Allershausen und Kranzberg in dieser Angelegenheit an einem Strang ziehen würden“, so der Abgeordnete, „dann könnte man der Forderung nach einer baldigen Neuprüfung deutlich mehr Nachdruck verleihen.“



Magerl kündigte an, er wolle in den nächsten Wochen Gespräche mit den verantwortlichen Kommunalpolitikern in Allershausen und Kranzberg führen.


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